Trennwände mit Stauraum für kleine Wohnungen selbst bauen
Kleine Wohnungen haben oft ein Problem: Es fehlt an Stauraum, und gleichzeitig wünscht man sich eine klare Trennung zwischen Wohn- und Schlafbereich. Eine klassische Kommode oder ein Regal an der Wand löst nur eines der beiden Probleme. Eine Trennwand mit integrierten Fächern, Schubladen oder Nischen schafft beides – auf derselben Grundfläche. Wer handwerklich geschickt ist, kann eine solche Wand selbst bauen. Das spart nicht nur Geld, sondern erlaubt auch eine passgenaue Anpassung an die Raummaße. Bevor man jedoch loslegt, lohnt es sich, über die Planung und die tatsächlichen Kosten nachzudenken. Ein guter Ausgangspunkt ist der Beitrag über Raumteiler als Stauraumwand im Wohnzimmer, der zeigt, welche Materialien und Konstruktionen sich bewährt haben.
Für den Selbstbau eignen sich vor allem MDF-Platten, Multiplex oder Spanplatten mit Melaminbeschichtung. MDF lässt sich gut lackieren, Multiplex ist stabiler und feuchtigkeitsbeständiger, Spanplatten sind preiswert, aber weniger belastbar. Wer eine Wand mit integrierten Schubladen plant, sollte auf stabile Auszüge achten – einfache Rollenführungen reichen für leichte Fächer, für schwere Lasten braucht man Kugelauszüge. Die Rückseite der Wand kann entweder geschlossen oder offen gestaltet werden. Eine offene Rückseite wirkt luftiger, bietet aber weniger Sichtschutz. Geschlossene Rückwände aus dünnem Sperrholz oder Hartfaserplatten sind günstig und einfach zu montieren. Wichtig ist, dass die Wand nicht nur steht, sondern auch sicher befestigt ist. Bei einer freistehenden Konstruktion ohne Verbindung zur Decke oder Wand reicht das Eigengewicht oft nicht aus, um ein Umkippen zu verhindern. Hier helfen Winkelverbinder oder eine Fixierung an der Wand.
Die Kosten für eine selbstgebaute Stauraumwand hängen stark von der Größe und der Ausstattung ab. Für eine 2 Meter breite und 2,20 Meter hohe Wand mit sechs Fächern und zwei Schubladen kann man mit Materialkosten zwischen 250 und 450 Euro rechnen, wenn man einfache Spanplatten und Standardbeschläge verwendet. Hochwertige Multiplexplatten und Markenbeschläge treiben den Preis schnell auf 600 bis 900 Euro. Hinzu kommen Werkzeuge, falls diese nicht vorhanden sind: Eine Handkreissäge, ein Akkuschrauber, Schraubzwingen und eine Wasserwaage sind das Minimum. Wer keine Kreissäge besitzt, kann sich die Platten im Baumarkt zuschneiden lassen – das kostet meist zwischen 0,50 und 1,50 Euro pro Schnitt. Ein weiterer Kostenfaktor ist die Oberflächenbehandlung: Lack, Öl oder Folie. Günstige selbstklebende Folie ist eine Alternative zum Lackieren, hält aber nicht so lange.
Der Zusammenbau selbst ist kein Hexenwerk, erfordert aber sorgfältiges Arbeiten. Zuerst wird der Korpus aus Seitenwangen, Böden und Deckel gebaut. Alle Teile werden vorgebohrt, um ein Splittern zu vermeiden. Dann werden die Rückwand und die Zwischenböden eingesetzt. Schubladen oder Türen kommen zum Schluss. Wer keine Türen möchte, kann offene Fächer mit Körben oder Boxen bestücken – das ist flexibler und günstiger. Eine Stauraumwand sollte immer so geplant werden, dass sie auch ohne Inhalt stabil steht. Nach dem Aufbau empfiehlt es sich, die Wand mit der Decke oder einer Seitenwand zu verbinden, besonders in Mietwohnungen, wo Bohren in die Decke oft erlaubt ist, aber nicht immer. Mit etwas Geduld und genauem Messen entsteht so ein Möbelstück, das den Raum optisch teilt und gleichzeitig viel Stauraum bietet.